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Prof. Dr.-Ing. C.C. Timmermann
Mannheim/Plankstadt  Germany

 

 Umrechnung von Währungen/Gold
um 1900 und ab dem Jahr 2000 mit ergänzenden
Wirtschaftsdaten einiger Länder
C.C. Timmermann, 2000 - 2005
Copyright Profund Verlag

1) Tabelle 1: Umrechnungen um 1900 (genau 1888)
Alle Währungen lassen sich in einer festen Relation zu reinem Gold ausdrücken:
 

um 1900
Wert in 
US Dollar
Wert in
Pfund Sterling
Wert in Deutsche
Goldmark
Wert in
franz. Franc (FF)
Wert in 
reinem Gold  (Au)
1 US Dollar
 
0,2054 Pfd. St.
 4,197 Goldmark
  5,1804 FF
1,504        g
1 Pfund Sterling
  4,869 US Dollar
 
20,429 Goldmark
25,222   FF
7,3224       g
1 Goldmark
0,2383 US Dollar
0,04895 Pfd. St.
 
  1,2346 FF
0,3584225 g
1 franz. Franc, FF
0,1930 US Dollar
 0,03965 Pfd. St.
 0,810 Goldmark
 
0,290323   g
1 g Gold=Au, rein
0,6649 US Dollar
0,13657 Pfd. St.
2,7900 Goldmark
3,4444   FF
 
Quelle: Meyers Konv.lexikon 1888, Band 11, Tabellen S. 896/897
Weiter gilt:
1) Deutsche Goldmarkmünzen und Silbermünzen bestehen nur zu 90 % aus reinem Gold bzw. Silber.
2) Die Umrechnung von reinem Gold in reines Silber erfolgt über den Faktor 15,5.
3) Eine deutsche Silbermünze hat unabhängig von 1) und 2) nur 90 % des Wertes, der sich eigentlich aus der
    Gold-Silber-Umrechnung ergibt.
 
 

2) Tabelle 2: Faustregeln für Währungs/Gold-Umrechnungen um 2000
Eine zu Tab. 1 analog geltende Tabelle kann für das Jahr 2000 nicht exakt erstellt werden, weil die Umrechnungskurse für Währungen/Gold schwanken.  Gerade dadurch, daß Schwankungen möglich sind, kann der Markt, aber auch eine Zentralbank eines Landes, Einfluß auf die Wirtschaft nehmen. Im Gegensatz dazu lag vor 100 Jahren eine starre Situation vor. Wenn die Weltwirtschaft einigermaßen funktioniert, sind die Steuerungsausschläge und somit die Schwankungen der Kurse  nicht dramatisch groß, beispielsweise innerhalb eines 10-Jahreszeitraumes   <  20%.

Vernachlässigt man Kursschwankungen dieser Größenordnung, kann näherungsweise ein Vergleich mit der Situation von vor 100 Jahren gezogen werden:

Unter diesen Annahmen gelten folgende Faustregeln, die momentan einen Fehler  <  15 %  beinhalten:

Faustregeln
um 2000+/- 15 %
Wert in 
US Dollar
Wert in
Pfund Sterling
Wert in
     DM         Euro
Wert in
franz. Franc (FF)
Wert in 
reinem Gold  (Au)
1 US Dollar  
0,666 Pfd. St.
    2 DM    1   Euro
 6,666 FF
           0,10   g
1 Pfund Sterling
1,5 US Dollar
 
    3 DM  1,5  Euro           10     FF
   0,15   g
1 Deutsche Mark
1 Euro 
0,5 US Dollar
1    US Dollar
0,333 Pfd. St.
0,666 Pfd. St.
               0,5  Euro
    2 DM 
   3,33  FF
   1,67  FF
   0,05   g
    0,10   g 
1 franz. Franc, FF   0,15 US Dollar         0,1  Pfd. St.  0,3 DM  0,15Euro
 
   0,015 g
1 g Gold=Au, rein
10 US Dollar
  6,66 Pfd. St.
  20 DM   10  Euro
 66,66  FF
 

 
Ab 2002 beginnt eine Neuordnung der Weltwährungen "Dollar, Euro, Yen und Pfund":
Der Euro gilt als Währung in folgenden Ländern:
An den Euro gebunden ist die nationale Währung folgender Länder:
Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Finnland, Griechenland, Irland, Portugal, Monaco, San Marino, Vatikanstadt, Andorra, Kosovo, Montenegro, Franz. Guayana, Guadaloupe, Martinique, Réunion, Mayotte, St. Pierre/Miquelon                       zusammen:    300 Mio. Einwohner Litauen, Estland, Kroatien, Slowenien, Bosnien und eine steigende Zahl weiterer osteuropäischer Länder; 
weiter: Äquatorialguinea, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Guinea-Bissau, Kamerun, Mali, Niger, Republik Kongo, Senegal, Togo, Tschad, Zentralafrikanische Republik
                                            zusammen:    über 100 Mio. Einwohner 
Faustregeln
ab 2002 +/- 15 %
Wert in 
US Dollar = $
Wert in
Euro = €
[in DM zur Orientierung]
Wert in
Yen
Wert in 
Pfd. Sterling
Wert in 
reinem Gold  (Au)
1 US Dollar
Sitz der Notenbank der Vereinigten Staaten:
USA, New York
 
 1  €   [2 DM]
 100 Yen
0,66 Pfd. St. 
           0,10   g
1 Euro=1 €
Sitz. der Europäischen Zentralbank:  Deutschland, Frankfurt
 1  $
[2 DM]
 100 Yen
0,66 Pfd. St.
  0,10   g
100 Yen
Sitz der japanischen Notenbank:
Japan, Tokio
 1  $
  1  €  [2 DM]
 
0,66 Pfd. St.
   0,10   g 
1 Pfd. Sterling 
Sitz der britischen 
Notenbank: 
England, London
1,5 $
1,5 €  [3 DM]
 150 Yen
 
  0,15   g
1 g Gold=Au, rein
10  $
10  €  [20 DM]
       1 000 Yen
6,66 Pfd. St.
 

In dieser Tabelle 2 wird von folgenden Überlegungen ausgegangen:
1) Die Währungen DM und FF bilden laut Gesetz ein festes Verhältnis zueinander und werden durch den Euro ersetzt.
     Leicht gerundet gilt: 1 FF = 0,298 DM; 1 Euro = 1,96 DM;
     in der Tabelle wurde folgendermaßen gerundet: 1 FF = 0,3 DM    ; 1 Euro = 2 DM
2) Dollar, Pfund und Goldpreis, ausgedrückt in DM, Dollar oder Pfund, passen sich dem Geldmarkt an und schwanken:
    Um eine ungefähre Tabelle erstellen zu können, wurde folgende, grobe Annahme getroffen:
    1 Euro = 1 US Dollar ; 1 g reines Gold = 20 DM ;  1 Pfd. Sterling = 3 DM
     (tatsächlich liegen die Kurse von Euro, DM und FF gegenüber US Dollar und brit. Pfd.  Mitte des Jahres 2000 etwa 10 % niedriger.)
3) Anmerkung: Reines Gold ist bei gleichem Gewicht gegenüber reinem Silber heute etwa um den Faktor 45 teurer (um 1900 nur Faktor 15,5).
    Gegenüber der Situation um 1900 hat sich also der Silberwert im Verhältnis zu Gold auf etwa 1/3 reduziert.
 

3) Beispiele zu den Tabellen 1 und 2

Beispiel 1: Wieviel wiegen 20 Goldmark?
Ein 20 Goldmarkstück wiegt  20 * 0,3584225  g Au/0,90 = 7,96495 g  und besteht zu 90 % aus reinem Gold.

****

Beispiel 2: Wieviel wiegt eine 5 Mark Silbermünze von 1888, und wieviel Goldmark ist sie wert?
a) Wert:      Nach 1), Anmerkung 3) beträgt der Wert 90 % einer Goldmark, also 0,9 * 5 Goldmark = 4,5 Goldmark
b) Gewicht = 4,5 *  0,358423 g reines Gold
                   = 4,5 *  0,358423 * 15,5 g reines Silber
                   = 4,5 *  0,358423 * 15,5 g /0,90     900er Silber (also Legierung mit 90 % reinem Silberanteil)
                   = 27,7777 g Münzengewicht mit 90 % reinem Silberanteil

Eine 5 Mark Silbermünze wiegt also 27,7777 g, ist 4,5 Goldmark wert und und stellt einen äquivalenten Gegenwert von
4,5 *0,358423 g Au = 1,6129 g reinem Gold dar. Silbermünzen eigneten sich daher eher als Kleingeld, sonst wären sie zu schwer geworden.

****

Beispiel 3:  Heutiger, ungefährer Wert (kein Sammlerwert) einer 20 Goldmarkmünze in DM und US Dollar
Die Berechnung richtet sich nach dem Goldanteil:
Nach Tab. 1 beträgt der Anteil an reinem Gold: 20 * 0,3584225 g = 7,16845 g
Aus Tab. 2 ergibt sich für 1 g Au die Umrechnung in DM und US Dollar:
Wert von 20 Goldmark =  7,16845 g * 20 DM/g = 144 DM oder 72 US Dollar   (gerundet).

****

Beispiel 4:  Umrechnung von Goldmark in DM oder Euro
a) Wie wird Goldmark näherungsweise in DM umgerechnet, wenn man den Goldgehalt als Grundlage nimmt?

Nach Beispiel 3 gilt: 20 Goldmark = 144 DM, also näherungsweise
 

Wert des Goldgehaltes von 1 Goldmark = 7,20 DM = 3,60 €


b) Wie wird bei Gebäudeversicherungen Goldmark näherungsweise in DM bzw. Euro umgerechnet?
Bei der Gebäudeversicherung (Feuerversicherung) ist der Versicherungswert der ortsübliche Neubauwert in Goldmark entsprechend der Bauweise, Größe und Ausstattung nach Preisen von 1914.  Mit dem  gleitenden Neuwertfaktor (=13,4 im Jahr 2005; wird regelmäßig neu festgelegt) wird dabei im Jahr 2005 etwa folgendermaßen von 1 Goldmark Gebäudeversicherungswert auf den Versicherungswert in DM bzw. Euro umgerechnet:

Gebäudeversicherungswert von 1 Goldmark = 13,4 DM  = 6,85 €

c) Vergleich zwischen a) und b)
Eine Goldmark als Gebäudeversicherungswert (=6,85 €) ist also nahezu doppelt so viel wert wie eine Goldmark, die  nur mit dem reinen Goldgehalt (=3,60 €)  bewertet wird.

****

Beispiel 5:
a) Onkel Sam aus Amerika hat im Jahre 1900 einen US Dollar für 100 Jahre zu 5 % angelegt. Wäre es besser gewesen, statt dessen Gold zu kaufen und das Gold 100 Jahre lang ins Depot zu legen?
b) Bei welchem Zinssatz p sind Geldanlage zu einem Zinsatz p (Laufzeit 100 Jahre) gleichwertig mit der Goldanlage?

Lösung:
a) Wert eines Dollars mit Zins und Zinseszins: 1 US Dollar *(1 + 0,05)^100 = 131,5 US Dollar im Jahre 2000.
Für einen US Dollar hätte man im Jahre 1900 alternativ 1,504 g Gold kaufen können.
Für einen US Dollar kann man zwar im Jahre 2000 nur 0,1 g Gold kaufen, für 131,5 US Dollar aber 13,15 g Gold!
Antwort: Man hat durch die Geldanlage zu 5 %  so viel Bargeld, daß durch Goldkauf am Ende der Verzinsung das 13,15/1,504=8,7-fache an Goldgewicht erzielt wird. Die Verzinsung zu 5 % ist also viel günstiger.

b) im Jahre 1900  entspricht 1 Dollar : 1,504 g
    im Jahre 2000  entspricht 1 Dollar : 0,1 g
Der Dollar des Jahres 1900 muß also durch Verzinsung um den Faktor 1,504 g / 0,1 g = 15,04 ansteigen, damit dieselbe Menge Gold gekauft werden kann. Ein Anstieg um den Faktor 15,04 erfordert den Zinsatz:

15,04 = (1+p)^100 ; Auflösen nach dem Zinssatz p ergibt:      p = 2,748 % .

Wenn also das Geld von 1900 bis 2000 mit 2,748 % (nach Steuern natürlich) angelegt worden wäre, hätte man auch gleich Gold kaufen und 100 Jahre lange ins Depot legen können.

****

Beispiel 6: Lord Rich hat sich im Jahre 1900 aus Geschäften mit Tee in Indien 1 Pfund Sterling gespart.
Wieviel Prozent Zinsen hätte ihm seine Bank im Jahre 1900 für eine Laufzeit von 100 Jahren bieten müssen, damit sein Vermögen in Goldgewicht gemessen gerade erhalten bleibt?

Lösung:
Die Aufgabe ist mit 5b) bis auf die Zahlen identisch: Ein Pfund Sterling waren im Jahre 1900 7,32 g Gold wert, im Jahre 2000 dagegen nur 0,15 g. Also muß der Wert des Geldes  um den Faktor

(1+p)^100 = 7,32 / 0,15 = 48,8 ansteigen - im Gegensatz zu nur 15,04 bei der Dollaranlage nach Beispiel 5b).

Auflösen nach p ergibt dementsprechend den relativ hohen Zinssatz von p = 4 %.  Da der Amerikaner im analogen
Beispiel 5b) nur 2,75 %  benötigt, hat sich das britische Pfund somit in den letzten 100 Jahren viel ungünstiger als der Dollar entwickelt.

****

Beispiel 7:
Nach Versailles legte die Pariser Konferenz (25.-29. Jan. 1921) Reparationsforderungen in Höhe von 226 Milliarden Goldmark fest. a) Wieviel Tonnen Gold waren dies? b) Wieviel DM sind dies heute?

Nach Tab. 1 gilt gerundet:
a) 1 Goldmark = 0,36 g Gold, also
226*10^9 Goldmark =   226*10^9  * 0,36 g = 8,1 * 10^10 g Gold = 81 400 Tonnen Gold
Zum Vergleich: Die Weltvorräte der bekannten Lagerstätten betragen heute etwa 55 000 Tonnen.

b) 1 Goldmark = 7,20 DM, also  226*10^9 Goldmark = 1 630 Milliarden DM = 1,63 Billionen DM.
 
 
 

4) Richtwerte der Wirtschaftsdaten der größten Industrieländer um 1884
Vor über 100 Jahren war der Welthandel im Vergleich zu heute verschwindend klein. Dies zeigt nachfolgende Tabelle 3, bei der für eine ungefähre Umrechnung in heutige Währung wie oben gesetzt wurde: 1 Goldmark = 7,20 DM.

Es gilt weiter für die Umrechnung von Gold in Euro und DM in der groben Näherung nach Tabelle 2 die Faustregel:
 

1 Mrd. DM = 500 Mio. € = 50 Tonnen Gold
oder
1 Mrd. € = 100 Tonnen Gold

Mit dieser Regel können nachfolgend Im- und Export auch grob in Tonnen Gold umgerechnet werden. Der deutsche Export in Höhe von 3,2 Mrd Goldmark bzw. 23 Mrd DM belief  sich auf einen Gegenwert von etwa 1150 Tonnen Gold - ein damals schon sehr hoher Wert, denn so viel Gold stand einem Land gar nicht zur Verfügung.
 

Land
um 1900
(Daten 1884)
Export von 
Waren + Gütern
in Mrd. Goldmark
Export in 
Mrd. DM umgerechnet mit 
1 Goldmark = 7,20 DM 
Import von 
Waren + Gütern
in Mrd. Goldmark
Import in 
Mrd. DM umgerechnet mit 
1 Goldmark = 7,20 DM
Handelsbilanz = Diff. von Export und Import
in Mrd. Goldmark
 Handelsbilanz   Güter+Waren 
            in DM mit        1 GoldMk = 7,20 DM
England
4,66
33,6
7,80
56,2
- 3,14
-22,6 Mrd. DM
Deutschland
3,20 
23,0
3,26
23,5
- 0,06
-  0,5 Mrd. DM
USA
3,15
22,7
2,64
19,0 
+ 0,51
+ 3,7 Mrd. DM
Frankreich
2,58
19,6
3,47
25,0 
- 0,89
-  5,4 Mrd. DM
Rußland
1,87 
13,5
1,72
12,4
+ 0,15
+ 1,1 Mrd. DM
Niederlande
1,43 
10,3
1,92
13,8
- 0,49
+ 3,5 Mrd. DM
Österr.-Ungarn
1,38
  9,9
1,23
  8,9
+ 0,15
+ 1,0 Mrd. DM
Belgien
1,07 
  7,7
1,14
  8,4
- 0,07
-  0,7 Mrd. DM
(Brit.-) Indien
1,66 
12,0
1,06
  7,6
+ 0,60
+ 4,4 Mrd. DM
Italien
0,85 
  6,1
1,05
  7,6
- 0,20
-  1,5 Mrd. DM
Japan
0,14
 1,0
0,12
   0,86
+ 0,02
 + 0,14 Mrd. DM
Diese Angaben in Goldmark stammen aus Meyers Konv.-lexikon von 1887, Band 8, S. 74
 

5) Richtwerte der Wirtschaftsdaten der größten Industrieländer um 2000
Die technische Entwicklung ermöglicht heute die Produktion von Gütern und die Erbringung von Leistungen in einem derartig hohen Umfange, daß der Wert nicht in Gold "aufgewogen" werden kann. Nachfolgende Tabelle 4 zeigt die Daten.
 

Land
um 2000
(Daten 1997)
Brutto-
sozialprodukt 

in Bill. $

Bonität

100 = voll kreditwürdig
0 = kreditunwürdig

Export von 
Waren + Gütern
in Mrd. der angegebenen Währung
Import von 
Waren + Gütern
in Mrd. der angegebenen Währung
Handelsbilanz = Diff. von Export und Import
in Mrd. der angegebenen Währung
Handelsbilanz   Güter+Waren 

umgerechnet in  DM, Umrechnung*) 

USA
7,78
  92,2 Rang 3 671 $    = 1342DM
919 $
-248 $
- 496  Mrd DM
Japan
4,81
  86,5 Rang 10 51000Yen=816DM
37000 Yen
+14000 Yen 
+224  Mrd DM 
Deutschland
2,32
  92,5 Rang 2  **)
                  950DM
814 DM
+136 DM
+136  Mrd DM
Frankreich
1,54
  90,8 Rang 5
1770 FF =  531DM
1684 FF
+86 FF
 + 26  Mrd DM
Großbritann.
1,23
  90,2 Rang 6
164 Pfd.=  492DM
190 Pfd.
-26 Pfd.
  - 78  Mrd DM
Italien
1,16
          **) 434000L=  434DM      389000 L 
+ 45000 L
  + 45 Mrd DM
Die Zahlen stammen von 1997 oder 1998 aus  Fischers Weltalmanach 2000.
*)    Die Umrechnung der Währungen ist nur überschlägig: 1 $ = 2 DM; 1 Bill. Yen = 8 Mrd. $; 1 Pfd. = 3 DM; 1 FF = 0,3 DM; 1 DM = 1000 Lire
**)  Rang 1 = Schweiz ; Rang 4 = Niederlande  (1998); Italien jenseits von  Rang 15
 

Der deutsche Export hat sich gegenüber dem Jahre 1884 demnach um den Faktor 950/23 = 41,3 erhöht.  In Gold ausgedrückt beläuft sich der jährliche deutsche Export auf 47500 Tonnen Gold. Diese extrem hohe  Zahl veranschaulicht, daß das den Waren gegenüberstehende Geld nicht in Gold geprägt werden kann. Der Goldstandard in Anlehnung an Tab. 1 ist also nicht anwendbar und seit langer Zeit nicht mehr in Gebrauch.

Andererseits verzichtet kein Industriestaat auf Goldreserven. Wenn nämlich die Wirtschaftskraft eines Landes dramatisch zurückgeht und der Staat auf einen Dritte-Welt-Staat zurückfällt, gibt es in der Regel auch keine begehrten Industriegüter mehr, die dem Ausland im Rahmen des Handels als "Währung" angeboten werden können.   Dann bleibt als letzte harte "Währung" neben Rohstoffen nur noch das Gold. Der Umfang dieser Reserven ist aber vergleichsweise immer klein.

Heute wird der Wert einer Münze oder eines Geldscheines wesentlich durch die Glaubwürdigkeit der Währung und durch die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines Landes bestimmt. Ob dieser Glaube vorhanden ist oder nicht, das entscheidet wesentlich der Geldmarkt, auf dem die Währungen gehandelt werden und der einzelne Konsument, der bestimmte Währungen annimmt, weil er ihnen traut oder der sie ablehnt, weil er sie für unglaubwürdig hält. Manipulationen an diesem Marktgleichgewicht sind immer nur von kurzzeitigem Erfolg gekennzeichnet.

Interessant ist bei einem Vergleich der Tabellen 3 und 4 der rasante Aufstieg von Japan und den USA im Zeitraum 1884 bis 2000. Diese beiden Nationen sind die großen Aufsteiger der letzten 100 Jahre. England hat seine führende Rolle abgegeben und liegt auf dem 5. oder 6. Platz, Deutschland hat - wie vor gut 100 Jahren  - seine Position auf dem 2. / 3. Platz (Export / Bruttosozialprodukt) behalten, auch Frankreich hat etwa Position 4 behaupten können. Italien ist vom 10. Platz  einige Plätze nach oben gekommen.

6) Club of Rome: Nachprüfung der Prognosen für 2000
Bruttoszialprodukt (BSP) pro Kopf errechnet vom Club of Rome (1969)  im Vergleich zur heutigen Realität
In der Zeit ab 1968 war das Buch "Grenzen des Wachstums" vom Club of Rome die Grundlage vieler Argumentationen und der Ausgangspunkt vieler politscher Handlungen, die sich dann in den darauf folgenden Jahrzahnten auswirkten. Nachfolgend werden nun die Progrnosen mit der Realität verglichen. Das Ergebnis ist ein Desaster.
 

Land
1968
tatsächliches
BSP pro Kopf 
 für 2000 vorhergesagtes BSP*) pro Kopf,
Club of Rome 1969 
für 2000
vorhergesagtes BSP pro Kopf, um Faktor 29/11 korrigiert
für 1997
tatsächliches
BSP pro Kopf Fischers Weltalmanach
Fehlerfaktor: 

Vorhersage war um 

Japan
1 190 $
23 200 $
61 200 $
38 160 $
Faktor 1,6 zu hoch
USA
3 980 $
11 000 $
29 000 $
29 000 $
entfällt  (Bezugswert)
Deutschland
1 970 $
  5 850 $ 
15 420 $
28 280 $
Faktor 1,8 zu klein
Rußland/UdSSR
1 100 $
  6330 $
16 680 $
  2 680 $
 Faktor 6,2 zu groß
China, Volksrep.
     90 $
    100 $
     263 $
     860 $
Faktor 3,3 zu klein
Indien
   100 $
    140 $
     370 $
     370 $
              richtig
*) ohne Inflationsausgleich

Spalte 2 gibt das BSP pro Kopf von 1968 wieder, Spalte 3 zeigt die für 2000 (ohne Geldentwertung) vorhergesagten Werte.  Spalte 5 gibt die tatsächlichen Daten von 1997 an. Legt man für die USA eine mittlere Geldentwertung von ca. 3,2 % pro Jahr zugrunde, steigt der mit  11 000 $ vorhergesagte Wert gerade auf 29 000 $ an. Unter dieser Annahme stellen die USA den Bezugswert dar.  Auch wenn die Annahme von 3,2 % pro Jahr nicht genau stimmt, so müssen doch die Relationen der Staaten untereinander erhalten bleiben.  Rechnet man also die vorhergesagten Werte nach Spalte 3 um jeweils 3,2 % pro Jahr hoch (Korrektur um Faktor 29/11), ergibt sich Spalte 4. Die tatsächlichen Werte stammen zwar nicht von 2000, sondern von 1997, aber die  Vorhersagefehler zwischen Spalte 4 und 5 sind so groß, daß der Unterschied von 3 Jahren keine Rolle spielt.

Man sieht in Spalte 6, daß alle Vorhersagen meilenweit daneben liegen - bis auf die Ausnahme Indien. Nach der Vorhersage rangiert nicht Deutschland knapp hinter Rußland, sondern hat ein um den Faktor 6 höheres BSP pro Kopf als Rußland. Das kommunistische Wirtschaftssystem Rußlands, das im Jahre 1969 immerhin schon seit 50 Jahren bekannt war, wurde also hoffnungslos falsch verstanden, was wohl auch ein Ergebnis des Zeitgeistes war.

Auch die japanische Wirtschaft wurde nur grob verstanden. Man hat zwar erkannt, daß Japan äußerst leistungsfähig ist und daß das BSP pro Kopf  das höchste der Welt werden würde. Die quantitativen Prognosen lagen aber weit daneben.  Im Vergleich zu den USA liegen die Zahlen  um den Faktor 1,6 zu hoch.  Vom Prinzip her wurde die Wirtschaft der USA und diejenige Deutschlands viel zu negativ und die Wirtschaft Rußlands hoffnungslos zu positiv gesehen.

Auch die im Jahre 1968 aufgestellten Prognosen hinsichtlich der Erschöpfung der Energievorräte (Erdöl/Gas) innerhalb der nächsten Jahrzehnte (also beispielsweise bis 2000) haben sich als gob falsch erwiesen. Nach Ablauf dieser "Galgenfrist" sind im Jahre 1998 die Vorräte sicher bestätigter Lagerstätten höher als jemals zuvor (durch neue Funde): 1998:  Erdgas: 144 Billionen Kubikmeter, Erdöl 140 Mrd. Tonnen. Da täglich neue Funde hinzukommen, ist das Öl bei einem Verbrauch von 3,3 Mrd. Tonnen pro Jahr (1998) auch nicht nach weiteren 140/3,3 = 42 Jahren verbraucht. Richtig ist allein die Aussage, daß mit Energie sparsam umzugehen ist. Diese Erkenntnis ist aber alt.
 
 

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