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Umrechnung von
Währungen/Gold
um 1900 und ab dem Jahr 2000 mit ergänzenden
Wirtschaftsdaten einiger Länder
C.C. Timmermann, 2000 - 2005
Copyright Profund Verlag
1) Tabelle 1: Umrechnungen um 1900 (genau 1888)
Alle Währungen lassen sich in einer festen Relation zu reinem
Gold ausdrücken:
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US Dollar |
Pfund Sterling |
Goldmark |
franz. Franc (FF) |
reinem Gold (Au) |
| 1 US Dollar |
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| 1 Pfund Sterling |
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| 1 Goldmark |
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| 1 franz. Franc, FF |
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| 1 g Gold=Au, rein |
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2) Tabelle 2: Faustregeln für
Währungs/Gold-Umrechnungen
um 2000
Eine zu Tab. 1 analog geltende Tabelle kann für das Jahr 2000
nicht exakt erstellt werden, weil die Umrechnungskurse für
Währungen/Gold
schwanken. Gerade dadurch, daß Schwankungen möglich
sind,
kann der Markt, aber auch eine Zentralbank eines Landes, Einfluß
auf die Wirtschaft nehmen. Im Gegensatz dazu lag vor 100 Jahren eine
starre
Situation vor. Wenn die Weltwirtschaft einigermaßen funktioniert,
sind die Steuerungsausschläge und somit die Schwankungen der
Kurse
nicht dramatisch groß, beispielsweise innerhalb eines
10-Jahreszeitraumes
< 20%.
Vernachlässigt man Kursschwankungen dieser Größenordnung, kann näherungsweise ein Vergleich mit der Situation von vor 100 Jahren gezogen werden:
Unter diesen Annahmen gelten folgende Faustregeln, die momentan einen Fehler < 15 % beinhalten:
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um 2000+/- 15 % |
US Dollar |
Pfund Sterling |
DM Euro |
franz. Franc (FF) |
reinem Gold (Au) |
| 1 US Dollar |
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2 DM 1 Euro |
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0,10 g | |
| 1 Pfund Sterling |
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3 DM 1,5 Euro | 10 FF |
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| 1 Deutsche Mark 1 Euro |
1 US Dollar |
0,666 Pfd. St. |
0,5 Euro 2 DM |
1,67 FF |
0,10 g |
| 1 franz. Franc, FF | 0,15 US Dollar | 0,1 Pfd. St. | 0,3 DM 0,15Euro |
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| 1 g Gold=Au, rein |
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20 DM 10 Euro |
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| Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Finnland, Griechenland, Irland, Portugal, Monaco, San Marino, Vatikanstadt, Andorra, Kosovo, Montenegro, Franz. Guayana, Guadaloupe, Martinique, Réunion, Mayotte, St. Pierre/Miquelon zusammen: 300 Mio. Einwohner | Litauen, Estland, Kroatien, Slowenien,
Bosnien und eine
steigende Zahl weiterer osteuropäischer Länder; weiter: Äquatorialguinea, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Guinea-Bissau, Kamerun, Mali, Niger, Republik Kongo, Senegal, Togo, Tschad, Zentralafrikanische Republik zusammen: über 100 Mio. Einwohner |
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ab 2002 +/- 15 % |
US Dollar = $ |
Euro = € [in DM zur Orientierung] |
Yen |
Pfd. Sterling |
reinem Gold (Au) |
| 1 US Dollar Sitz der Notenbank der Vereinigten Staaten: USA, New York |
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0,10 g | |
| 1 Euro=1 € Sitz. der Europäischen Zentralbank: Deutschland, Frankfurt |
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| 100 Yen Sitz der japanischen Notenbank: Japan, Tokio |
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| 1 Pfd. Sterling Sitz der britischen Notenbank: England, London |
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| 1 g Gold=Au, rein |
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1 000 Yen |
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In dieser Tabelle 2 wird von folgenden
Überlegungen
ausgegangen:
1) Die Währungen DM und FF bilden laut Gesetz ein
festes Verhältnis zueinander und werden durch den Euro ersetzt.
Leicht gerundet gilt: 1 FF =
0,298 DM; 1 Euro = 1,96 DM;
in der Tabelle wurde
folgendermaßen
gerundet: 1 FF = 0,3 DM ; 1 Euro = 2 DM
2) Dollar, Pfund und Goldpreis, ausgedrückt in DM,
Dollar oder Pfund, passen sich dem Geldmarkt an und schwanken:
Um eine ungefähre Tabelle
erstellen
zu können, wurde folgende, grobe Annahme getroffen:
1 Euro = 1 US Dollar ; 1 g
reines
Gold = 20 DM ; 1 Pfd. Sterling = 3 DM
(tatsächlich liegen die
Kurse von Euro, DM und FF gegenüber US Dollar und brit. Pfd.
Mitte des Jahres 2000 etwa 10 % niedriger.)
3) Anmerkung: Reines Gold ist bei gleichem Gewicht
gegenüber
reinem Silber heute etwa um den Faktor 45 teurer (um 1900 nur Faktor
15,5).
Gegenüber der Situation um 1900
hat sich also der Silberwert im Verhältnis zu Gold auf etwa 1/3
reduziert.
3) Beispiele zu den Tabellen 1 und 2
Beispiel 1: Wieviel wiegen 20 Goldmark?
Ein 20 Goldmarkstück wiegt 20 * 0,3584225 g Au/0,90
= 7,96495 g und besteht zu 90 % aus reinem Gold.
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Beispiel 2: Wieviel wiegt eine 5 Mark Silbermünze von 1888,
und wieviel Goldmark ist sie wert?
a) Wert: Nach 1), Anmerkung 3)
beträgt
der Wert 90 % einer Goldmark, also 0,9 * 5 Goldmark = 4,5 Goldmark
b) Gewicht = 4,5 * 0,358423 g reines Gold
= 4,5 * 0,358423 * 15,5 g reines Silber
= 4,5 * 0,358423 * 15,5 g /0,90 900er
Silber
(also Legierung mit 90 % reinem Silberanteil)
= 27,7777 g Münzengewicht mit 90 % reinem Silberanteil
Eine 5 Mark Silbermünze wiegt also 27,7777 g, ist 4,5 Goldmark
wert und und stellt einen äquivalenten Gegenwert von
4,5 *0,358423 g Au = 1,6129 g reinem Gold dar. Silbermünzen
eigneten
sich daher eher als Kleingeld, sonst wären sie zu schwer geworden.
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Beispiel 3: Heutiger, ungefährer Wert (kein
Sammlerwert)
einer 20 Goldmarkmünze in DM und US Dollar
Die Berechnung richtet sich nach dem Goldanteil:
Nach Tab. 1 beträgt der Anteil an reinem Gold: 20 * 0,3584225
g = 7,16845 g
Aus Tab. 2 ergibt sich für 1 g Au die Umrechnung in DM und US
Dollar:
Wert von 20 Goldmark = 7,16845 g * 20 DM/g = 144 DM oder 72 US
Dollar (gerundet).
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Beispiel 4: Umrechnung von Goldmark in DM oder Euro
a) Wie wird Goldmark näherungsweise in DM umgerechnet, wenn man
den Goldgehalt als Grundlage nimmt?
Nach Beispiel 3 gilt: 20 Goldmark = 144 DM, also näherungsweise
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c) Vergleich zwischen a) und b)
Eine Goldmark als Gebäudeversicherungswert (=6,85 €)
ist
also nahezu doppelt so viel wert wie eine Goldmark, die nur mit
dem reinen Goldgehalt (=3,60 €) bewertet wird.
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Lösung:
a) Wert eines Dollars mit Zins und Zinseszins: 1 US Dollar *(1 +
0,05)^100
= 131,5 US Dollar im Jahre 2000.
Für einen US Dollar hätte man im Jahre 1900 alternativ 1,504
g Gold kaufen können.
Für einen US Dollar kann man zwar im Jahre 2000 nur 0,1
g Gold kaufen, für 131,5 US Dollar aber 13,15 g Gold!
Antwort: Man hat durch die Geldanlage zu 5 % so viel Bargeld,
daß durch Goldkauf am Ende der Verzinsung das
13,15/1,504=8,7-fache
an Goldgewicht erzielt wird. Die Verzinsung zu 5 % ist also viel
günstiger.
b) im Jahre 1900 entspricht 1 Dollar : 1,504 g
im Jahre 2000 entspricht 1 Dollar : 0,1 g
Der Dollar des Jahres 1900 muß also durch Verzinsung um den
Faktor
1,504 g / 0,1 g = 15,04 ansteigen, damit dieselbe Menge Gold gekauft
werden
kann. Ein Anstieg um den Faktor 15,04 erfordert den Zinsatz:
15,04 = (1+p)^100 ; Auflösen nach dem Zinssatz p ergibt: p = 2,748 % .
Wenn also das Geld von 1900 bis 2000 mit 2,748 % (nach Steuern natürlich) angelegt worden wäre, hätte man auch gleich Gold kaufen und 100 Jahre lange ins Depot legen können.
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Beispiel 6: Lord Rich hat sich im Jahre 1900 aus Geschäften
mit Tee in Indien 1 Pfund Sterling gespart.
Wieviel Prozent Zinsen hätte ihm seine Bank im Jahre 1900
für
eine Laufzeit von 100 Jahren bieten müssen, damit sein
Vermögen
in Goldgewicht gemessen gerade erhalten bleibt?
Lösung:
Die Aufgabe ist mit 5b) bis auf die Zahlen identisch: Ein Pfund
Sterling
waren im Jahre 1900 7,32 g Gold wert, im Jahre 2000 dagegen nur 0,15 g.
Also muß der Wert des Geldes um den Faktor
(1+p)^100 = 7,32 / 0,15 = 48,8 ansteigen - im Gegensatz zu nur 15,04 bei der Dollaranlage nach Beispiel 5b).
Auflösen nach p ergibt dementsprechend den relativ hohen
Zinssatz
von p = 4 %. Da der Amerikaner im analogen
Beispiel 5b) nur 2,75 % benötigt, hat sich das britische
Pfund somit in den letzten 100 Jahren viel ungünstiger als der
Dollar
entwickelt.
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Beispiel 7:
Nach Versailles legte die Pariser Konferenz (25.-29. Jan. 1921)
Reparationsforderungen in Höhe von 226 Milliarden Goldmark fest.
a)
Wieviel Tonnen Gold waren dies? b) Wieviel DM sind dies heute?
Nach Tab. 1 gilt gerundet:
a) 1 Goldmark = 0,36 g Gold, also
226*10^9 Goldmark = 226*10^9 * 0,36 g = 8,1 * 10^10
g Gold = 81 400 Tonnen Gold
Zum Vergleich: Die Weltvorräte der bekannten
Lagerstätten
betragen heute etwa 55 000 Tonnen.
b) 1 Goldmark = 7,20 DM, also 226*10^9 Goldmark = 1 630
Milliarden
DM = 1,63 Billionen DM.
4) Richtwerte der Wirtschaftsdaten der
größten
Industrieländer um 1884
Vor über 100 Jahren war der Welthandel im Vergleich zu heute
verschwindend
klein. Dies zeigt nachfolgende Tabelle 3, bei der für eine
ungefähre Umrechnung in heutige Währung wie oben gesetzt
wurde:
1 Goldmark = 7,20 DM.
Es gilt weiter für die Umrechnung von Gold in Euro und DM in
der
groben Näherung nach Tabelle 2 die Faustregel:
| 1 Mrd. DM = 500 Mio. € = 50 Tonnen Gold |
| 1 Mrd. € = 100 Tonnen Gold |
Mit dieser Regel können nachfolgend Im- und Export auch grob in
Tonnen Gold umgerechnet werden. Der deutsche Export in Höhe von
3,2
Mrd Goldmark bzw. 23 Mrd DM belief sich auf einen Gegenwert von
etwa
1150 Tonnen Gold - ein damals schon sehr hoher Wert, denn so viel Gold
stand einem Land gar nicht zur Verfügung.
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um 1900 (Daten 1884) |
Waren + Gütern in Mrd. Goldmark |
Mrd. DM umgerechnet mit 1 Goldmark = 7,20 DM |
Waren + Gütern in Mrd. Goldmark |
Mrd. DM umgerechnet mit 1 Goldmark = 7,20 DM |
in Mrd. Goldmark |
in DM mit 1 GoldMk = 7,20 DM |
| England |
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| Deutschland |
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| USA |
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| Frankreich |
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| Rußland |
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| Niederlande |
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| Österr.-Ungarn |
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| Belgien |
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| (Brit.-) Indien |
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| Italien |
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| Japan |
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5) Richtwerte der Wirtschaftsdaten der
größten
Industrieländer um 2000
Die technische Entwicklung ermöglicht heute die Produktion von
Gütern und die Erbringung von Leistungen in einem derartig hohen
Umfange,
daß der Wert nicht in Gold "aufgewogen" werden kann. Nachfolgende
Tabelle
4 zeigt die Daten.
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um 2000 (Daten 1997) |
sozialprodukt in Bill. $ |
100 = voll kreditwürdig |
Waren + Gütern in Mrd. der angegebenen Währung |
Waren + Gütern in Mrd. der angegebenen Währung |
in Mrd. der angegebenen Währung |
umgerechnet in DM, Umrechnung*) |
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92,2 Rang 3 | 671 $ = 1342DM |
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- 496 Mrd DM |
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86,5 Rang 10 | 51000Yen=816DM |
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+224 Mrd DM |
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+136 Mrd DM |
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90,8 Rang 5 |
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+ 26 Mrd DM |
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90,2 Rang 6 |
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- 78 Mrd DM |
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**) | 434000L= 434DM | 389000 L |
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+ 45 Mrd DM |
Der deutsche Export hat sich gegenüber dem Jahre 1884 demnach um den Faktor 950/23 = 41,3 erhöht. In Gold ausgedrückt beläuft sich der jährliche deutsche Export auf 47500 Tonnen Gold. Diese extrem hohe Zahl veranschaulicht, daß das den Waren gegenüberstehende Geld nicht in Gold geprägt werden kann. Der Goldstandard in Anlehnung an Tab. 1 ist also nicht anwendbar und seit langer Zeit nicht mehr in Gebrauch.
Andererseits verzichtet kein Industriestaat auf Goldreserven. Wenn nämlich die Wirtschaftskraft eines Landes dramatisch zurückgeht und der Staat auf einen Dritte-Welt-Staat zurückfällt, gibt es in der Regel auch keine begehrten Industriegüter mehr, die dem Ausland im Rahmen des Handels als "Währung" angeboten werden können. Dann bleibt als letzte harte "Währung" neben Rohstoffen nur noch das Gold. Der Umfang dieser Reserven ist aber vergleichsweise immer klein.
Heute wird der Wert einer Münze oder eines Geldscheines wesentlich durch die Glaubwürdigkeit der Währung und durch die Kreditwürdigkeit (Bonität) eines Landes bestimmt. Ob dieser Glaube vorhanden ist oder nicht, das entscheidet wesentlich der Geldmarkt, auf dem die Währungen gehandelt werden und der einzelne Konsument, der bestimmte Währungen annimmt, weil er ihnen traut oder der sie ablehnt, weil er sie für unglaubwürdig hält. Manipulationen an diesem Marktgleichgewicht sind immer nur von kurzzeitigem Erfolg gekennzeichnet.
Interessant ist bei einem Vergleich der Tabellen 3 und 4 der rasante Aufstieg von Japan und den USA im Zeitraum 1884 bis 2000. Diese beiden Nationen sind die großen Aufsteiger der letzten 100 Jahre. England hat seine führende Rolle abgegeben und liegt auf dem 5. oder 6. Platz, Deutschland hat - wie vor gut 100 Jahren - seine Position auf dem 2. / 3. Platz (Export / Bruttosozialprodukt) behalten, auch Frankreich hat etwa Position 4 behaupten können. Italien ist vom 10. Platz einige Plätze nach oben gekommen.
6) Club of Rome: Nachprüfung der Prognosen
für
2000
Bruttoszialprodukt (BSP) pro Kopf errechnet vom Club of Rome
(1969)
im Vergleich zur heutigen Realität
In der Zeit ab 1968 war das Buch "Grenzen des Wachstums" vom Club of
Rome die Grundlage vieler Argumentationen und der Ausgangspunkt vieler
politscher Handlungen, die sich dann in den darauf folgenden
Jahrzahnten
auswirkten. Nachfolgend werden nun die Progrnosen mit der Realität
verglichen. Das Ergebnis ist ein Desaster.
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tatsächliches BSP pro Kopf |
Club of Rome 1969 |
vorhergesagtes BSP pro Kopf, um Faktor 29/11 korrigiert |
tatsächliches BSP pro Kopf Fischers Weltalmanach |
Vorhersage war um |
| Japan |
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| USA |
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| Deutschland |
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| Rußland/UdSSR |
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Faktor 6,2 zu groß |
| China, Volksrep. |
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| Indien |
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richtig |
Spalte 2 gibt das BSP pro Kopf von 1968 wieder, Spalte 3 zeigt die für 2000 (ohne Geldentwertung) vorhergesagten Werte. Spalte 5 gibt die tatsächlichen Daten von 1997 an. Legt man für die USA eine mittlere Geldentwertung von ca. 3,2 % pro Jahr zugrunde, steigt der mit 11 000 $ vorhergesagte Wert gerade auf 29 000 $ an. Unter dieser Annahme stellen die USA den Bezugswert dar. Auch wenn die Annahme von 3,2 % pro Jahr nicht genau stimmt, so müssen doch die Relationen der Staaten untereinander erhalten bleiben. Rechnet man also die vorhergesagten Werte nach Spalte 3 um jeweils 3,2 % pro Jahr hoch (Korrektur um Faktor 29/11), ergibt sich Spalte 4. Die tatsächlichen Werte stammen zwar nicht von 2000, sondern von 1997, aber die Vorhersagefehler zwischen Spalte 4 und 5 sind so groß, daß der Unterschied von 3 Jahren keine Rolle spielt.
Man sieht in Spalte 6, daß alle Vorhersagen meilenweit daneben liegen - bis auf die Ausnahme Indien. Nach der Vorhersage rangiert nicht Deutschland knapp hinter Rußland, sondern hat ein um den Faktor 6 höheres BSP pro Kopf als Rußland. Das kommunistische Wirtschaftssystem Rußlands, das im Jahre 1969 immerhin schon seit 50 Jahren bekannt war, wurde also hoffnungslos falsch verstanden, was wohl auch ein Ergebnis des Zeitgeistes war.
Auch die japanische Wirtschaft wurde nur grob verstanden. Man hat zwar erkannt, daß Japan äußerst leistungsfähig ist und daß das BSP pro Kopf das höchste der Welt werden würde. Die quantitativen Prognosen lagen aber weit daneben. Im Vergleich zu den USA liegen die Zahlen um den Faktor 1,6 zu hoch. Vom Prinzip her wurde die Wirtschaft der USA und diejenige Deutschlands viel zu negativ und die Wirtschaft Rußlands hoffnungslos zu positiv gesehen.
Auch die im Jahre 1968 aufgestellten Prognosen
hinsichtlich
der Erschöpfung der Energievorräte (Erdöl/Gas) innerhalb
der nächsten Jahrzehnte (also beispielsweise bis 2000) haben sich
als gob falsch erwiesen. Nach Ablauf dieser "Galgenfrist" sind im Jahre
1998 die Vorräte sicher bestätigter Lagerstätten
höher
als jemals zuvor (durch neue Funde): 1998: Erdgas: 144 Billionen
Kubikmeter, Erdöl 140 Mrd. Tonnen. Da täglich neue Funde
hinzukommen,
ist das Öl bei einem Verbrauch von 3,3 Mrd. Tonnen pro Jahr (1998)
auch nicht nach weiteren 140/3,3 = 42 Jahren verbraucht. Richtig ist
allein
die Aussage, daß mit Energie sparsam umzugehen ist. Diese
Erkenntnis
ist aber alt.