Private Internetpräsenz
Prof. Dr.-Ing. C.C. Timmermann

   Mannheim/Plankstadt  Germany

 

Ein allgemeines Spar- und Kreditprogramm
für Lebensversicherung, private Rente, Konsumentenkredit, Haushypothek
und andere Spar- und Rentenpläne
C.C. Timmermann, 2000
Copyright Profund Verlag


1. Programmbeschreibung
Das hier benutzte Programm läuft unter DOS und ist insofern recht einfach gestaltet. Es richtet sich nicht an die Wirtschaftswissenschaften, sondern an den privaten Nutzer, der ganz einfach seine Finanzen ein klein wenig besser überschauen möchte. Erfahrungsgemäß stellen viele Menschen im Zusammenhang mit Geld aus Unsicherheit heraus ihre oft  gar nicht geringen Kenntnisse der Mathematik bescheiden zurück und lassen sich anderweitig beraten und lenken. So etwas kann aber im Leben außerordentlich teuer werden, denn die Summen, um die es geht, beinhalten zuweilen  das Arbeitsergebnis eines halben oder ganzen Lebens. Es geht hier nicht um die letzten Feinheiten, sondern darum, eine Situation abzuschätzen.  Das genügt in den meisten Fall durchaus, denn oft sind die Eingangsparameter gar nicht so genau bekannt.

Das Programm garantiert nichts, hätte jederzeit besser geschrieben werden können und nimmt nicht für sich in Anspruch, etwas Besonderes darzustellen. Es ist nur eine kleine praktische Hilfe, die hier weitergegeben wird.

spar1.exe geht im einfachsten Fall von einem "Anfangskapital" aus, das durch eine regelmäßige "Sparrate"  erhöht und über eine Laufzeit verzinzt wird. Zins und Zinseszins werden berücksichtigt. Im einzelnen ergeben sich durch verschiedene Vorzeichenwahl aber verschiedene Möglichkeiten: ein Kapital kann angehäuft, Schulden können abgebaut oder ein Anfangskapital kann durch eine Rente verbraucht werden.

1) Programm laden mit "Shift + linke Maustaste"  spar1.exe
2) dann Verzeichnis suchen + OK; nach dem Laden im Verzeichnis "spar1.exe" mit Explorer suchen und doppelklicken
3) Programm verstellt nichts im Rechner, ist harmlos und öffnet nur ein primitives DOS-Fenster
4) wenn Programmbenutzung fertig:  DOS-Fenster am Kreuz oben rechts wieder schließen
5) wenn man das Programm oft nutzt, erstellt man sich unter Windows ein Icon: dazu auf Desktopoberfläche klicken, dann
     rechte Maustaste; neu; Verknüpfung; Durchsuchen; nun Verz. suchen, wo spar1.exe liegt; 1 mal  spar1.exe anklicken; Öffnen, weiter; weiter; Fertigstellen

Eingabegrößen:
1) Anfangskapital K
K > 0   : positives Anfangskapital, also Guthaben am Anfang
K < 0   : negatives Anfangskapital, also Schulden am Anfang

2) Sparrate S
S > 0   : positive Sparrate, es wird  (am Monats/Jahresanfang) etwas eingezahlt und somit wirklich gespart
S < 0   : negative Sparrate, es wird  (am Monats/Jahresanfang) etwas ausgezahlt im Sinne einer Rente

3) Zyklus für Sparrate auf monatlich/jährlich einstellen:
periode$  = "jährlich"    gesetzt  : Sparrate wird jährlich am Jahresanfang   ein/ausgezahlt
                = "monatlich" gesetzt  : Sparrate wird monatl. am Monatsanfang  ein/ausgezahlt

4) Laufzeit
zj          Zahl der Jahre

5) Zinssatz
p         : Zinssatz, mit dem das Restkapital K verzinst wird: z.B. p=0.04 für 4%
             periode$="jährlich" :           einzugebener Zinssatz  p = Jahreszinssatz;
                                                          Zinsen berechnet auf das Kapital am Anfang des Jahres
                                                          Zinsen ausgezahlt/abgezogen am Ende des Jahres
             periode$="monatlich" :        einzugebener Zinssatz p = Monatszinssatz
                                                          Zinsen berechnet auf das Kapital am Anfang des Monats
                                                          Zinsen ausgezahlt/abgezogen am Ende des Monats
 

Umrechnung zwischen Monatszinssatz pm  und Jahreszinssatz pj :
 pj = (1+pm)^12 -1   bzw.   pm = (1+pj)^(1/12) -1
Näherung:  pj = 12 * pm

                                         Anmerkung: Der Zinssatz p ist ggf. noch um die Inflationsrate zu vermindern
 

6) d$     = "j" oder "n"  für Druckerausgabe

Das Programm kann einige Rundungsungenauigkeiten enthalten und liefert insofern eventuell kleine Abweichungen zu anderen Berechnungsprogrammen.

2. Programmbeispiele
Beispiel 1
Für einen Autokredit über 50 TDM sind monatlich 900 DM zu zahlen. Der Kredit soll 5 Jahre laufen. Wie hoch ist der Zinssatz? Der Händler behauptet, es seien 2,99 %.

Es gilt: K= - 50000; zj=5; s= + 900 ;  periode$="monatlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"
            Der Zinssatz p muß durch Eingabe von Probewerten (iterativ) ermittelt werden:
1. Versuch:
Es wird ein Jahreszinssatz von 5% geschätzt, Monatszinssatz näherungsweise p=5% / 12 = 4.17 E-3
1. Ausgabe liefert: Kapital auf Null nach etwa 5.25 Jahren; tatsächlicher Jahreszinssatz = 5.12 %
weitere Versuche
Monatszinssatz auf 3.5 E-3 einstellen >> Laufzeit = 5,13 Jahre
Monatszinssatz auf 2 E-3 einstellen    >> Laufzeit = 4.9 Jahre
Monatszinssatz auf 2.5 E-3 einstellen >> Laufzeit = 4.97 Jahre ; genau genug;
Lösung: Jahreszinssatz =  3.04 % , der Händler hat im Prinzip recht gehabt.

Anmerkung: Wer einen Taschenrechner mit Potenzrechnung besitzt, kann in allen nachfolgenden Aufgaben auch gleich die exakte Umrechnung zwischen Monats- und Jahreszinssatz anwenden: mit  pj=2.99 % wird  pm = (1+pj)^(1/12) -1 = 2.46 E-3, gerundet also 2.5E-3, wie oben. In den nachfolgenden Beispielen wurde immer nur obige Näherung verwendet.
                                                                                                 *
Beispiel 2
In eine Lebensversicherung werden über 35 Jahre monatlich 500 DM eingezahlt. Die Lebensversicherung habe eine nicht garantierte, aber typische Verzinsung von 6,8 % pro Jahr (steuerfrei). Wieviel Geld bekommt man ausgezahlt?

Es gilt: K= 0; zj=35; s= + 500 ;  periode$="monatlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"
            Der Zinssatz p muß durch Probewerte so ermittelt werden, daß 6,8 % pro Jahr Zinsen herauskommen
1. Versuch:
Der Monatszinssatz ist näherungsweise p=6.8 % / 12 = 5.67 E-3
Ausgabe liefert:  tatsächlicher Jahreszinssatz = 7.0 % (zu groß) , Kapital nach 35 J = 864 442 DM
weitere Versuche
Monatszinssatz auf 5.5 E-3 einstellen
Ausgabe liefert:  tatsächlicher Jahreszinssatz = 6.8 %  (stimmt) , Kapital nach 35 J = 823 674 DM
Man bekommt also 823 674 DM ausgezahlt.

                                                                                                 *
Beispiel 3
Man will ein Haus bauen und benötigt 400 TDM von der Bank. Man muß dabei üblicherweise pro Jahr 1% Tilgung zahlen    ( 4 TDM) plus Zinsen. Die Schuldzinsen betragen 6 % pro Jahr. Im 1. Jahr bezahlt man dann 6 % von 400 TDM = 24 TDM Schuldzinsen, mit Tilgung insgesamt also 28 TDM. Diese Summe heißt Annuität. Sie wird jedes Jahr gezahlt, obwohl die Schuldzinsen langsam abnehmen, weil getilgt wurde. Gegen Ende der Laufzeit wird die Annuität zunehmend  für Tilgung und immer weniger für Schuldzinsen gebraucht.
Frage: Wann ist die Schuld abgezahlt?

Es gilt: K= - 400 000 ; s= + 28000 ;  periode$="jährlich";  p= 0.06; Druckerausgabe d$="n"

1. Versuch: zj= 30 Jahre ausprobieren >>
Ergebnis: Nach 28.37 Jahren ist abgezahlt und das Kapital auf Null (Lösung gefunden)
2. Versuch: Gegentest: zj= 28 Jahre ausprobieren >>
Man hat noch eine kleine Restschuld von ca. 10 TDM;
Für 400 TDM Kredit hat man an die Bank insgesamt ca. 395 TDM Zinsen gezahlt (nicht schön)
3. Versuch: Man zahlt freiwillig statt 28 TDM pro Jahr einen Betrag von 34 TDM; zj = 19 probieren
Ergebnis: Nach 18.81 Jahren ist abgezahlt. Gesamtzinsen nur 240 TDM statt 395 TDM

Merke: Man kann nichts Dümmeres machen, als einen teuren Kredit unnötig langsam abzubezahlen.
Tip:      Man vereinbare jederzeitige Rückzahlungsmöglichkeiten und sofortige Verzinsung nur noch auf die Restschuld;
             Normalerweise ist die Rückzahlung über eine Rückzahlungssperrklausel blockiert; der Kunde kann nicht abzahlen,
             weil die Bank verdienen möchte; diese Rückzahlungssperrklausel sollte man wegverhandeln

                                                                                                *
Beispiel 4
Ein Handwerker hat sich bis zum 65. Lebensjahr 1 Mio DM in bar angespart. Das Geld soll verrentet werden. Man bekommt für das jeweilige Restkapital 6,5 % Zinsen (nach Steuern). Der Handwerker möchte  8 TDM pro Monat verbrauchen. Geht das?

Eine Überschlagsrechnung liefert 6,5 % * 1 Mio DM = 65 TDM pro Jahr, also 5417 DM pro Monat. Im Prinzip erhebt sich bei 8 TDM Entnahme nur die Frage, wann das Geld verbraucht ist.

Es gilt: K= + 1E6; zj=20 probieren; s= - 8000 ;  periode$="monatlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"
            Der Zinssatz p muß durch Probewerte so ermittelt werden, daß 6,5 % pro Jahr Zinsen herauskommen
1. Versuch:
Analog zu Beispiel 2 wird p=6,5%/12 =5.4E-3 probiert
Ergebnis: Zinssatz = 6.67% etwas zu hoch;
2. Versuch:
p = 5.25E-3 >> Jahreszinssatz etwa 6.48 % (genau genug)
Das Kapital ist nach 16.83 Jahren verbraucht, also etwa im 82. Lebensjahr. Aufgabe gelöst.
Zusatzaufgabe:
Der Handwerker sagt sich, daß er auch mit 7000 DM pro Monat auskommt. Er stirbt mit 78 Jahren. Wieviel Geld bleiben für Frau/Kinder übrig?
Eingabe: zj=78 - 65 = 13; s = -7000;
Ergebnis: das Kapital wäre im Prinzip erst nach 21.8 J, also etwa im 87. Lebensjahr, verbraucht; da er aber mit 78 Jahren stirbt, bleiben 570 TDM von der Million übrig.

                                                                                                 *
Beispiel 5
Ein Aktienfond hat aus 10 TDM Einlage nach 5 Jahren unter Berücksichtigung aller Nebenkosten (Gebühren, evt. Steuern etc.)  einen Erlös von 15 TDM ergeben. Im Werbeprospekt wurde von einem (nicht garantierten) Gewinn von 10 % pro Jahr gesprochen. Wieviel Zinsen sind es tatsächlich?

Es gilt: K= + 1E4; zj=5; s= 0 ;  periode$="jährlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"
            Der Zinssatz p muß durch Probewerte so ermittelt werden, daß 15 TDM Endkapital herauskommen
1. Versuch:
Zunächst wird p=10 % = 0.1 probiert.
Ergebnis: Endkapital = 16 105 DM ; der Zinssatz war also zu hoch
2. Versuch:
Jetzt wird p= 9%=0.09 probiert.
Ergebnis: Endkapital = 15 386 DM  , noch etwas zu hoch
3. Versuch:
Jetzt wird p= 8.5 %=0.085 probiert.
Ergebnis: Endkapital = 15 036 DM  ;
Fazit: In Wirlichkeit waren es 8.5 % Zinsen pro Jahr; das ist weniger als vermutet, und außerdem ist die Anlage mit einem Risiko verknüpft gewesen.
 

                                                                                          *
Beispiel 6
Ein Sparer hat 50 TDM zu 2.5 % auf dem Sparbuch stehen und ist sich sicher, daß er das Geld 10 Jahre lang nicht braucht. Er kann eine Firmenanleihe zeichnen und das Geld zu 7.5 % an ein Automobilwerk verleihen. Wenn das Werk schließt, hat er zwar sein Geld verloren, aber das Risiko schätzt der Sparer als gering ein. Wie hoch ist in beiden Fällen das Endkapital?

Es gilt: K= + 5E4; zj=10; s= 0 ;  periode$="jährlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"

Fall 1: Sparbuch  p = 0.025  Endkapital =   64 TDM
Fall 2: Sparbuch  p = 0.075  Endkapital = 103 TDM
Die Lösung mit dem Sparbuch ist natürlich sehr ungünstig.

                                                                                                *
Beispiel 7
Ein Kleinunternehmer ärgert sich darüber, daß er so viel Steuern zahlen muß. Um das Finanzamt zu "bestrafen", kauft er sich einen teueren Sportwagen für 100 TDM und setzt das Auto von der Steuer ab. Dadurch spart er 30 TDM.  Der Kleinunternehmer hat 30 TDM in bar und muß sich evt. fehlendes Geld zu 10 % leihen.  Sein Freund rät ihm, nicht aus Ärger über das Finanzamt extra hohe Ausgaben zu tätigen. Er solle besser einen Mittelklassewagen für 45 TDM kaufen. Dadurch würde er zwar nur 15 TDM vom Finanzamt bekommen, das sei insgesamt aber günstiger.  Man vergleiche, wenn der Unternehmer 900 DM pro Monat für Ratenkredite aufbringen kann.

1. Fall Sportwagen:            Kapitalbedarf = 100 TDM - 30 TDM (Steuer) - 30 TDM (Eigenkapital) = 40 TDM
2. Fall Mittelklassewagen: Kapitalbedarf =   45 TDM - 15 TDM (Steuer) - 30 TDM (Eigenkapital) = Null

Es gilt: K= - 40000;  s= + 900 ;  periode$="monatlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"
            Der Zinssatz p muß durch Eingabe von Probewerten (iterativ) so ermittelt werden, daß 10 % Jahreszins herauskommt
analog zu Beispiel 1 >>
1. Versuch:
zj = 5 zum Test, der  Monatszinssatz ist näherungsweise p=10% / 12 = 8.33 E-3
1. Ausgabe liefert:   tatsächlicher Jahreszinssatz = 10.46 %, etwas zu hoch
2. Versuch:
zj = 5 zum Test,  Monatszinssatz = 8 E-3 testen >> Jahreszinssatz etwa 10 %.
Ergebnis:
Kapital ist nach ca. 4 1/2 Jahren auf Null. In dieser Zeit hat er ca 4,5 * 900* 12 DM = 48 600DM eingezahlt. Dieser Betrag wurde für den Mittelklassewagen nicht gebraucht. Das Eigenkapital ist in beiden Fällen verbraucht.

Fazit:
Der Sportwagen liegt im Anschaffungspreis 100 TDM - 45 TDM = 55 TDM höher als der Mittelklassewagen. So viel ist er sozusagen mehr wert. Der Kleinunternehmer muß für den Sportwagen insgesamt nur 48 600 DM mehr als für den  Mittelklassewagen ausgeben. Hieraus ergibt sich ein kleiner Vorteil von ca. 6 TDM. Dieser Vorteil wird aber teuer erkauft: man bekommt ihn nur, wenn man knapp 50 TDM mehr auf den Tisch legt. Wer also sowieso den Sportwagen will, der würde nach dieser Rechnung einen kleinen Vorteil erzielen. Wer eigentlich keinen Sportwagen wollte und ihn nur deshalb kauft, weil er glaubt, daß er das Finanzamt kräftig beteiligen und ärgern könne, der hat sich im vorliegenden Beispiel getäuscht. So viel, wie der Sportwagen mehr kostet, muß der Käufer etwa auch mehr zahlen. Die zusätzliche Beteilung des Finanzamtes wird hier durch den Kredit wieder aufgebraucht.
Anmerkung: Alle  Zahlen und Umstände sind frei erfunden. Wie die steuerliche Situation im einzelnen ist, hängt von den jeweiligen Verhältnissen ab.

Merke: Man tätige niemals nur deshalb Ausgaben, um das Finanzamt zu "bestrafen". Man bestraft sich nur selbst.
            Das Finanzamt ist auch nicht so "böse" wie behauptet. Wer viel Steuern zahlt, der muß auch viel gehabt haben.
            Ehrlichkeit ist der beste Ratschlag. Insgesamt kommt man damit am billigsten davon.

                                                                                                 *
Beispiel 8
Ein Angestellter will mit seiner gleichaltrigen Frau aus einer privaten Rentenversicherung ab dem 65. Lebensjahr zusammen monatlich 4 500 DM erhalten. Statistisch gesehen lebt der Mann noch 12 Jahre und die Frau noch 18 Jahre nach dem 65. Lebensjahr (Annahme). Die Rentenversicherung kalkuliere intern mit einer Verzinsung von 6.5 %. Welches Kapital müssen die Rentner bei der Versicherung im 65. Lebensjahr etwa angespart oder eingezahlt haben, wenn die 4500 DM gleichbleibend bis zum Ableben des letzten Ehepartners gezahlt werden?

Nach Beispiel 5 gilt etwa ein monatlicher Zinssatz von p = 5.25E-3. Daß der Mann früher stirbt, spielt keine Rolle, weil die Frau denselben Betrag von 4500 DM erhält- anders als bei einer gesetzlichen Rentenversicherung. Das Kapital K ist durch Probieren also so zu ermitteln, das es nach 18 Jahren auf  Null gekommen ist.

Es gilt:  s= - 4500 ; p= 5.25E-3 periode$="monatlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"

1. Versuch  K = 500 000 >> Kapital auf Null nach 13.81 Jahren; Anfangskapital zu gering
2. Versuch  K = 600 000 >> Kapital auf Null nach 18.96 Jahren; Anfangskapital etwas zu groß, probieren ..
3. Versuch  K = 585 000 >> Kapital auf Null nach 18.08 Jahren; stimmt etwa

Fazit: die Versicherung muß grob 585 TDM zur Verfügung haben.

Nun kann man sich überlegen, wie viel und wie lange eingezahlt werden mußte, damit dieses Geld zur Verfügung steht. Wir nehmen an, daß die Eheleute sich die private Rente sehr spät überlegt haben und nur 15 Jahre einzahlen können. Wie hoch ist der monatliche Beitrag, um auf 585 TDM zu kommen? Zinssatz wie oben.

Es gilt: K=0;  s= ? ; zj=15;  p= 5.25E-3 periode$="monatlich";  Druckerausgabe abstellen=nein: d$="n"

1. Versuch  s=2000  DM/Monat >> ca. 600 TDM (stimmt schon ziemlich genau);
2. Versuch s = 585/600*2000 = 1950 >> 585 TDM (stimmt)

Lösung:
Es muß also über 15 Jahre monatlich 1950 DM eingezahlt werden, um anschließend mit etwa 4500 DM pro Monat rechnen zu können. Mit dem 50. Lebensjahr müßte demnach eine Rentenversicherung abgeschlossen werden, in die monatlich 1950 DM eingezahlt werden.

Diese Zahlen geben einen ungefähren Anhaltspunkt für die tatsächlichen Verhältnisse. Mit anderen Zinssätzen und Laufzeiten ergeben sich andere Zahlen.

                                                                                                 *
Beispiel 9
Ein Versandhaus nennt für Teilzahlung von DM 3000 in 24 Monatsraten eine Monatsrate von 144 DM. Es wird ein effektiver Jahreszinssatz von 15.3 % angegeben. Man prüfe die Zinsangabe.
Eingabe:
Periode = monatlich ; K=-3000; s=144 ;
Statt pm = pj /12  wird exakter mit  pm = (1+pj)^(1/12) -1 gerechnet. Mit pj = 15.3% wird pm = 1.1935E-2 = 1.1935 %.
(keine Iteration notwendig); zj=2

Ergebnis: Kapital auf Null nach 1.98 Jahren statt 2,00 Jahren;
                Die Zinsangabe stimmt also bis auf ganz kleine Abweichungen (Grund: Rate leicht gerundet) recht genau.

                                                                                                 *
Beispiel 10
Kreditinstitute bieten auch Hausbaukredite an, die nicht zu 100 % ausgezahlt, dafür aber mit geringerem Zinssatz angeboten  werden. Dieser Auszahlungsverlust (Damnum, Disagio), der z.B. 5 % beträgt, kann allerdings von der Steuer abgesetzt werden. Natürlich werden die Zinsen auf die ganze Schuld berechnet, und die ganze Schuld ist auch zurückzuzahlen.
Aufgabe:
Eine Hypothek wird zu 95 % ausgezahlt, mit 2 % getilgt und zu 4,5 % verzinst (Annuität= 6,5 % vom Kreditbetrag). Das Disagio von 5 % kann von der Steuer abgesetzt werden, so daß 30 % davon das Finanzamt trägt. Andererseits wird ein Kredit mit 100% Auszahlung zu 5 % Zins und 1,5% Tilgung angeboten.  Der Zins- und Ratenzyklus sei jährlich. Man vergleiche.
Lösung:
Das effektive Disagio beträgt wegen der Steuerersparnis nur 70 % von 5 % = 3,5 %. Man bekommt also letztlich vom Kredit  einen Anteil von 96,5 % in die Hand. Damit bei einem Kreditbedarf von z.B. 100 TDM nicht 3500 DM fehlen, muß der erhöhte Betrag von 100/0,965 TDM = 103627 DM aufgenommen werden. Da davon nur 96,5 % übrig bleiben, hat man genau die gewünschten 100 TDM.  Die Annuität beträgt  6,5% von 103627 DM = 6736 DM pro Jahr bei 4,5 % Zins.

1. Fall: Eingabe: K=-103 627 DM; jährlich; s= 6736 DM pro Jahr;  p=0.045; zj = 30 zum Test
Ausgabe: Kapital nach 24.67 Jahren auf Null (mit Disagio)
Fazit: Man wendet 24.67 Jahre lang einen Betrag von 6736 DM pro Jahr auf.

Nun wird ein 100 TDM-Kredit untersucht, der voll ausgezahlt und jährlich mit 5 % + 1,5% = 6,5% von 100 TDM = 6500 DM abgezahlt wird. Der Zinssatz ist p=0.05=5 %.

2. Fall: Eingabe: K=-100 000 DM; jährlich; s= 6500 DM pro Jahr;  p=0.05 ; zj = 30
Ausgabe: Kapital nach 27.03 Jahren auf Null (ohne Disagio)
Ein Vergleich ist schwierig, weil im 2. Fall die Rate geringer, die Laufzeit dafür länger ist. Ein direkter Vergleich ist aber möglich, wenn im 2. Fall bei nach wie vor p=5% Zins freiwillig die Rate auf 6736 DM erhöht wird - wie im 1. Fall.

3. Fall: Eingabe: K=-100 000 DM; jährlich; s= 6736 DM pro Jahr;  p=0.05 ; zj = 30
Ausgabe: Kapital nach 25.15 Jahren auf Null (ohne Disagio)
Bei jeweils gleicher Rate von 6736 DM ist man ohne Disagio nun nach 25,15 Jahren fertig im Vergleich zu 24,67 Jahren mit Disagio. Mit Disagio liegt man dann etwas günstiger, denn die Abzahlungsdauer verkürzt sich um  0,48 Jahre  entsprechend ca. 3200 DM.

Welcher der beiden Fälle der günstigere ist, hängt allein von Zinssatz, Tilgungssatz und Steuersituation ab, nicht von der Kapitalhöhe. Man vergleicht zwei Fälle, indem man bei gleicher Rate die Laufzeiten oder bei gleicher Laufzeit die Raten einander gegenüberstellt. Wenn dies nicht möglich ist, weil die Bank die Zahlen starr vorschreibt, wird der Vergleich umständlicher. Man könnte aber zum Vergleich die Position einer Bank einnehmen und prüfen, was mit den eingezahlten Raten sonst hätte erreicht werden können: im 1. Fall hätte man 6736 DM jährlich erst über 24.67 J einzahlen, verzinsen und danach die Endsummer noch bis zum 27. Jahr ohne Zuzahlung nachverzinsen können. Rundet man auf 25 J, ergibt sich bei p=4% ein Wert von 291,7 TDM, und mit 2 Jahren Nachverzinsung 315,5 TDM - wegen der Aufrundung etwas weniger.  Im 2. Fall hätte man 27 Jahre lang den Betrag von 6500 DM pro Jahr einzahlen können. Dies ergibt mit Zinsen 318 TDM. Der Vergleich zeigt wieder keinen großen Unterschied. Ohne Disagio liegt man etwas ungünstiger, wie auch schon oben ermittelt.
 

3. Zusammenhang zwischen Risiko und Zinssatz bei Geldanlage
Im allgemeinen gilt folgende Faustregel für die Geldanlage:
 

 hohes Risiko, hoher Zinssatz 
kleines Risiko, kleiner Zinssatz

Wenn es einen hohen Zinssatz verbunden mit kleinem Risiko gäbe, würde dies jeder nutzen; das gibt es aber nicht. Der Staat könnte so z.B. Geld über Bundesanleihen zu 5 - 6% aufnehmen und zu einem Traumzinssatz von 12 % weiterverleihen und den Gewinn vereinnahmen; die Steuer- und Finanzprobleme wären so gelöst; daraus würde aber nichts, weil im statistischen Mittel von den 12%- Gläubern gerade so viel Pleite machen, daß unter Berücksichtigung der Totalausfälle und der vereinnahmten Zinsen insgesamt doch nicht mehr als die ursprünglichen 5-6 % herauskämen.

Extrem finanzstarke Kapitalunternehmen können sehr große Risiken über lange Zeit puffern und starke positive Ergebnisse mit starken negativen Ergebnissen gegeneinander verrechnen. Ein Aktienabsturz ist dann nicht tragisch, weil irgendwann  ein entsprechender Aktienanstieg folgt. Außerdem ist das Vermögen auch in ganz anderen, stabileren Werten angelegt, z.B. in Immobilien. Der Mittelwert, der sich aus Gewinn und Verlust ergibt, ist vergleichbar mit dem Gleichspannungsanteil (Mittelwert) bei einem Kondensator, über dem eine Wechselspannung mit hohen Ausschlägen liegt. Dieser Mittelwert oder Zinssatz evt. abzüglich eines gewissen Anteils, der den Gewinn des  Unternehmens darstellt, kommt dem Kunden zugute. Diese Werte liegen heute bei Lebensversicherungen bei ca. 6 % - 7 %, manchmal auch mehr, manchmal weniger.  Dieser Wert ist nicht garantiert, aber relativ sicher,  so sicher wie das Kapitalunternehmen selbst. Wenn der kleine Mann dagegen mit höchstens einigen 100 TDM in wenigen Titeln spekuliert, ist er den vollen Ausschlägen des Kapitalmarktes ausgesetzt und muß sich laufend um seine Finanzen kümmern: er kann enorm gewinnen, er kann aber auch enorm verlieren.  Letztlich ist es eine Einstellungssache. "Wer viel wagt, der viel gewinnt .. (oder verliert)". Die Gewinner zeigen sich dann gerne, die Verlierer sieht man natürlich nicht. Insofern glaubt man, daß es nur Gewinner gibt.

Abschließend sei an die Tulpenzwiebelspekulation in Holland  vor 365 Jahren erinnert:
In Meyers Konv.-lexikon von 1889 heißt es unter "Tulipa" auf S. 900:

".... 1634 - 40 erreichte in Haarlem die Tulpenzwiebelliebhaberei ihren Gipfel, und man zahlte für eine einzige Zwiebel bis 13,000 holländische Gulden .."

Das Beispiel zeigt, daß der Anleger außerordentlich charakterfest sein muß und sich nicht durch Einflüstereien oder Informationsstreuungen beieinflussen lassen darf. Stets ist die angewandte Psychologie zu berücksichtigen mit dem Hoch- und Herunterreden von Titeln im Fernsehen und dem Hoch- oder Niederschreiben in Printmedien - u.U. völlig unabhängig von den realen ökonomischen Fakten. Darüber darf man sich nicht wundern.  Da wird schon mal eine Volkswirtschaft, die Waren für 1 Billion DM exportiert, als "alte Ökonomie" abgetan und neue Unternehmen, die hunderte von Millionen Verlust einfahren, hochgelobt.   Kurze Zeit später wird genau das Gegenteil hinausposaunt und niemand schämt sich dafür, daß er heute dies und am nächsten Tage genau das Gegenteil lauthals hinausschreit. Das ist ja alles nicht verboten. Jeder kann übrigens auch Titel auf seine eigene Person ausgeben - Beispiele gibt es ja.  Das alles gehört zum spekulativen Geschäft und muß bedacht sein. Letztendlich muß man sich entscheiden, wer glaubwürdig ist und wer nicht und wem man sein Geld anvertraut und wem nicht. Sicher ist nur, daß die Banken z.B. denjenigen ihr Geld nicht anvertrauen, die auf den Kapitalmarktseiten der Zeitungen in Kleinanzeigen kurzfristig Kredit suchen und horrende Zinsen bieten. Wenn damit leicht Geld zu verdienen wäre, würde jede Bank sofort einsteigen.
 

4. Geldanlage und Schuldentilgung: Ein und derselbe Vorgang

Die Vorgänge von Geldanlage und Schuldentilgung sind identisch, nur ist die Sichtweise anders: Aus der Sicht der Bank ist es eine Geldanlage, aus der Sicht des Kunden, der einen Kredit aufnimmt, eine Schuldentilgung. Zur genaueren Erläuterung wird zunächst der Fall der Verzinsung eines Guthabens nach Kurve 1 betrachtet. Als Beispiel wird ein Betrag von 100 TDM angenommen, eine monatliche Verzinsungs- (und Zahlungs)periode und ein Monatszinssatz von 0.55 %.  Wenn nun eine Bank 100 TDM anlegen und keine Raten zuzahlen will, erwartet sie bei 0.55 %/Monat nach Kurve 1 nach 10 J einen Betrag von ca. 193 TDM (findet man mit spar1.exe). Wenn die Bank diese 100 TDM z.B. bei einem Kunden anlegt (verleiht) mit der Vereinbarung, daß der Kunde nach 10 Jahren diese 193 TDM in einem Betrag zurückzahlt, müßte der Kunde bis dahin das Geld gespart haben.  Damit der Kunde nach 10 Jahren zurückzahlen kann, könnte er - auf ein zunächst leeres Sonderkonto - gerade so viel monatlich einzahlen, daß nach Kurve 2 mit monatlicher Verzinsung nach 10 Jahren genau dieser Betrag von 193 TDM herauskommt. Die notwendige Rate findet man mit "spar1.exe", und sie beträgt ca. 1135 DM/Monat. Dieses Sonderkonto kann tatsächlich vorkommen, z.B. dann, wenn eine Hypothek durch eine parallel dazu abgeschlossene Lebensversicherung *) nach Versicherungsablauf abgelöst wird. Dann erbringt die Ansparung in der Lebensversicherung (Kurve 2) denselben Betrag wie die mit Zins und Zinseszins aufgelaufenen Schuld nach Kurve 1, die ja den von der Bank erwarteten Anstieg ihres eingesetzten Kapitals wiedergibt.

Dieser so interpretierte Tilgungprozeß muß identisch sein mit dem Vorgang nach Kurve 3, bei dem mit einer Anfangsschuld (Anfangskapital = - 100 TDM) begonnen und über 10 Jahre mit 1135 DM/Monat abgezahlt wird. Auf die jeweils noch verbleibende Restschuld werden dabei stets 0,55% Zins erhoben. Gibt man die entsprechenden Zahlen in spar1.exe ein, bestätigen sich diese Aussagen für alle drei Kurven. Die Zinssätze sind dabei überall gleich.

Interessant ist übrigens die Ansparung über ein Sonderkonto entspr. Kurve 2, wenn der Sparzinssatz dieses Sonderkontos höher als der Schuldzinssatz der Hypothek ist. Normalerweise gibt es diese angenehme Situation natürlich nicht! In einer ausgesprochenen Niedrigzinsphase, wie sie Ende der 90er Jahre herrschte, lag der Hypothekenzinssatz aber bei nur ca. 6% entspr. 0.5%/ Monat. Für diesen Zinssatz sind im Beispiel dann insgesamt nur 187 TDM zurückzuzahlen. Dann wäre die Tilgung über eine Lebensversicherung etwas günstiger *). Andererseits ist es so, daß eine Lebensversicherung zusätzlich noch einen kleinen Risikoaufschlag beinhaltet. Dafür besteht aber auch Versicherungsschutz über einen bestimmten Kapitalbetrag.
 

5. Schluß
Finanzsituationen sind nicht immer leicht zu überschauen. Der Privatmann, egal ob Kreditnehmer oder Kreditgeber,  muß sich genau überlegen, ob er einzig und allein von seinem Gegenüber, also von seinem Geschäftspartner (Bank, Versicherung etc.), beraten werden will. Sicherlich ist es rational, auch eigene, qualifizierte Überlegungen anzustellen. Das kleine Programm soll mit den beigefügten Beispielen dafür eine Hilfestellung geben.

*) Zu berücksichtigen ist jeweils noch die Steuersituation, die von Fall zu Fall verschieden ist und für die hier keine verbindlichen Hinweise gegeben werden. Grob gilt:  Damit der Zinserlös aus einer Lebensversicherung steuerfrei ist, muß heute eine Mindestlaufzeit von 12 Jahre vorliegen. Dabei muß aber auch noch berücksichtigt werden, daß mit diesem Geld aus einer Lebensvers.nicht ohne weiteres  eine Hypothek abgelöst werden darf, deren Schuldzinsen selbst auch schon steuerlich geltend gemacht wurden (z.B. bei Mietwohnungsbau der Fall, bei 1-Familien-Eigenheimbau im allgem. unproblematisch).
 

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