Private Internetpräsenz
Prof. Dr.-Ing. C.C. Timmermann
Mannheim/Plankstadt  Germany




Wieder Klarheit in der
deutschen Rechtschreibung

Beispiel 1:

Fall 1 : "Die wertvolle Vase wurde sicher gestellt."     (Sicheres Hinstellen einer nicht gestohlenen Vase)
Fall 2:  "Die wertvolle Vase wurde sichergestellt".      (Sicherstellung einer  gestohlenen Vase)

Die Neuschreibung macht im Fall 2  (Diebstahl)  durch ihre dumpfe Getrenntschreibung aus einer Straftat eine harmlose Geschichte über einen kunstinteressierten Vasensammler, der  vorsichtig seine wertvolle Vase hinstellt.      


Beispiel 2:

Fall 1: "Die drei Täter hatten das Opfer zusammen geschlagen und waren dann mit seiner Geldbörse geflüchtet"   (Diebstahl,  u.U. ohne Körperverletzung)
Fall 2: "Die drei Täter hatten das Opfer zusammengeschlagen und waren dann mit seiner Geldbörse geflüchtet"    (Raubüberfall; darauf steht Freiheitsstrafe)

Die Neuschreibung macht im Fall 2 durch die stumpfsinnige Getrenntschreibung aus einem Raubüberfall  (Opfer wurde zusamenngeschlagenen und dann ausgeraubt; Fazit:  Gefängnisstrafe) einen einfachen Diebstahl, der  nicht einmal mit Körperverletzung verbunden sein muß.


Jeweils  zwei völlig unterschiedliche Sachverhalte werden in der Neuschreibung gleichgesetzt. Der Sachverhalt versinkt inhaltlich im Chaos. Dieses Chaos greift inzwischen immer weiter um sich. Aus einfachen Worten wie Haustür  machen Zeitgenosssen  inzwischen Verkrüppelungen wie Haus Tür, HausTür, Haustuer usw. . Aus  "Frühstücksgedeck für nur ..." machen andere bereits  "Frühstück's Gedeck für ...".  Wie ein Blick in Internetforen für Jugendliche zeigt, ist die Orthographie im Internet inzwischen in der Nähe des Nullpunktes angelangt.  Ignorant und trotzig wird aber behauptet, daß es in der Schule keine Probleme mit der neuen Rechtschreibung gäbe. 

In gebildeten Kreisen kennt man die traurige Realität allerdings genau: Es herrscht eine noch nie dagewesene Rechtschreibanarchie. Viele Institutionen haben in diesem Chaos sogar spezielle "Hausschreibungen" eingeführt.  


Am 27.7.2000 kommt nun ein Paukenschlag. 
Die FAZ meldet auf ihrer Titelseite:


 "Die F.A.Z. kehrt zur alten Rechtschreibung zurück"

Dieselbe Nachricht wurde am Tag zuvor im heute-journal gemeldet. 
 

Führende Schriftsteller, Nobelpreisträger (Grass), Wissenschaftler und  zahllose 
Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sind erleichtert und gratulieren der F.A.Z.

86% der Anrufer aus einer Pro7-Zuschauerumfrage vom gleichen Tage 
lehnen die neuverordnete Rechtschreibung ebenfalls ab.

Unzählige anderweitige Umfragen  in der Bevölkerung ergeben dasselbe Bild.


 

Dann kehren führende Großverlage
  zur alten Rechtschreibung zurück:


Am 6.8.2004 meldet der ARD-Videotext auf S. 120:

"Verlage kippen Rechtschreibung"
 
Die Verlage Axel Springer und der SPIEGEL kehren wieder zur alten Rechtschreibung zurück. Sämtliche Print-
und Online-Titel der beiden Verlage stellen schnellstmöglich ihre Schreibweise um, wie in einer
gemeinsamen Erklärung mitgeteilt wurde. Zugleich apellierten sie an andere Medien, sich diesem Schritt anzuschließen.
Auch die Süddeutsche Zeitung folgt der alten Rechtschreibung laut ARD-Videotext S. 161 vom  7.8.04


am gleichen Tage meldet der ZDF-Videotext auf S. 120:

"Verlage kehren zu alter Rechtschreibung zurück"  

Die Axel Springer AG und der SPIEGEL-Verlag kehren in ihren Publikationen zur alten Rechtschreibung zurück.
Das kündigten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung an. Die Verlage richteten einen Apell an
andere Medienunternehmen, sowie an Nachrichtenargenturen, sich diesem Schritt anzuschließen....

TED-Umfrage

Über 90 % der Anrufer einer TED-Umfrage verlangen im August 2004 eine Befragung der Bevölkerung, die
von den Befürwortern der Neuschreibung wegen des sicheren Ausganges einer solchen Befragung sofort abgelehnt wird. 


Die Mehrzahl der gedruckten Texte folgt damit wieder der alten Rechtschreibung. 

Politische Sachkenner betrachten die Einführung der neuen Rechtschreibung wegen fehlender Akzeptanz damit als gescheitert.


1. Die Einstellung der Rechtschreibkorrektur bei Winword
In Winword kann die bewährte, alte Rechtschreibung durch einige Mausklicks eingestellt und die sogenannte "neue Rechtschreibung" ausgeschaltet werden:
 
 

Einstellung in Windows/Word 

1) Word2000 aufrufen, dann
2) Extras, dann
3) Optionen, dann
4) Rechtschreibung, Grammatik
5) das Häkchen ganz unten bei "neue deutsche Rechtschreibung" entfernen
6) OK

Danach korrigiert Word nach den international anerkannten Regeln: 

seriös, zeitlos, eindeutig , 
auch für Ausländer verständlich und übersetzbar in eine Fremdsprache 


 

2. Einige F.A.Z.-Beiträge zum Thema
Die Rückkehr der F.A.Z. -  der wohl angesehensten und bedeutendsten deutschsprachigen Tageszeitung - zur korrekten, bisherigen Rechtschreibung wird am 26. und 27.7.2000 und in den Folgetagen in diversen Beiträgen kommentiert.

1) Am 26.6.2000 erklärt die F.A.Z. auf S. 49 die sogenannte "neue Rechtschreibung" in einem Beitrag für "Bankrott! Gemeingefährlich" und spricht vom  "Skandal der neuen Rechtschreibung".

2) Der FAZ-Kommentar auf S. 1 vom 27.7.2000 rechnet dann endgültig mit der Schreibverordnung ab.  Es heißt unter anderem : " Der Versuch ...  ist gescheitert."

3) In dem Feuilletonbeitrag "Das Recht der Könige" auf S. 49 am 27.7.2000 liest man:
"... Nachdem zahllose Protestveranstaltungen, Petitionen, Leserbriefe und Diskussionen fruchtlos geblieben waren, nachdem Volksentscheide eingeleitet, der Bundestag und das Bundesverfassungsgericht angerufen worden sind und nichts die Kultusminister von ihrem Holzweg abbringen konnte, hat die Bevölkerung etwas getan, womit offenbar niemand gerechnet hatte. Anstatt sich nach alter Väter Sitte ins Unvermeidliche zu schicken und fortan zu schreiben, wie ihnen aufgetan ward, haben viele den letzten Ausweg gewählt, den radikalsten, der zugleich der einfachste ist: Er (der Weg) besteht darin, die neuen Rechtschreibregeln kurzerhand zu ignorieren.  ..."

4) Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt schreibt (F.A.Z. 31.7.2000, S. 45)  "Kreislauf der Blamagen"
Das Unternehmen der staatlich verfügten Rechtschreibreform beruht von Anfang an auf einer gründlichen Verkennung staatlicher Aufgaben und nach meiner Meinung auch staatlicher Kompetenz. Frühere Kultusminister in deutschen Ländern haben das - mit Ausnahme des unseligen Reichserziehungsministers Rust - sehr rausch eingesehen ..  Dem Staat darf innerhalb des breitangelegten Prozesses der Rechtschreibentwicklung allenfalls eine subsidiäre Kompetenz zukommen, nicht dagegen diejenige zu tieferen Eingriffen, die mit Recht von der weit überwiegenden Mehrheit der Sprachteilnehmer abgelehnt werden.

..Ich meine, es sei unverantwortlich - ich wiederhole: unverantwortlich -, Schüler weiterhin eine Schreibung lernen zu lassen, von der man wissen kann (und vielfach in Wahrheit ja längst weiß), daß sie sich nicht wird halten lassen. Damit werden unsere Kinder verhöhnt. Eben das darf sich eine Gesellschaft nicht gefallen lassen.

Es ist eine alte Einsicht - klassisch dargestellt schon in Sophokles'  "Antigone"- , daß Fehler, die man nicht rechtzeitig einsieht, immer neue Fehler nach sich ziehen. So ist das auch mit Blamagen: .. Vielleicht sollten Kultusminister eben das, was sie von den Schülern erwarten, selbst entwicklen: Lernfähigkeit. ..

Das beste wäre zweifellos, wenn man die Reform umgehend kassiert, und zwar ganz und gar. Jeder Tag, an dem das nicht geschieht, mehrt den Schaden. Vor allem sollte man keine Hoffnung auf eine Reform der Reform setzen. Da dabei wieder Interessen der Gesichtswahrung mitsprechen würden und das übliche Geschacher zwischen den Beteiligten kaum vermeidlich wäre - der (eine) will die Volksetymologien à la  "Schnäuzen" , der (andere) irgendwelche Fremdwortverschandelungen retten -, bringt nichts. Nein, ein einfacher Schnitt, anders gesagt: Die Wiederherstellung des Bewährten wäre das beste. Das Vorbild der F.A.Z. zeigt: Es geht! Man sollte alle andern auffordern, ihm zu folgen....

Anmerkung:
Wer nicht mehr durch die Nase schneuzen will, will vielleicht nur durch die Schnauze schnäuzen dürfen. Wenn dennoch sprachliche Gründe vorliegen sollten, dann leiten sich die laut auf der Laute spielenden  "Läute", die an der Haustürläute läuten,  von "laut" ab, den alles ist laut. Im übrigen ist 64 durch jede ganze Zahl teilbar: durch 1 ,2 , 3 , 4 ..klappt.. Rest stimmt wohl auch. Wäre das nicht ein Ansatz für eine Mathematikreform in der Schule? Nicht nötig, längst geschehen - auf gleichem Niveau wie die Schreibereform.

Wo dieser Geist regiert, da ist auch

  sita usui late in ista per canes
   ( Sieht aus  wie   Latein,     ist   aber      keines)     .

eine hohe Kunst. Bedrückend ist, daß man sich diejenigen für den Zwang zum Andersschreiben greift, die sich nicht wehren können -  die Kleinsten, die Kinder. 



Links zu Initiativen, die sich für die bewährte Rechtschreibung einsetzen:
 

F.A.Z.     www.rechtschreibreform.de
 

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